Nach dem 2. Luminale-Tag bin ich mir sicher, dass sich die wahren Ausstellungsperlen nicht an den Hotspots finden. Wer eintaucht in die Weiten des Programmheftes wird in so manchem Hinterhof ein größeres illuminiertes Glück finden, als an den großen innerstädtischen Installationen.

Auch wenn ich bis ins Mark friere, so lächle ich doch. Meine Gedankenwelt ist sich innerlich einig: die schönsten Lichtinstallationen gibt die Natur selbst vor. Von der Osthafenbrücke schaue ich in den violett schimmernden Sonnenuntergang, der die Frankfurter Skyline in ein ganzes Meer von Farbpaletten taucht.

Farbenprächtiger Sonnenuntergang zur Luminale
Farbenprächtiger Sonnenuntergang zur Luminale

Für den heutigen Tag habe ich mir bewusst die östlichen Installationen in Frankfurt vorgenommen. Nach einem Abstecher zum Zukunftshafen und dem Unternehmen Pier F, einem Netzwerk von Architekten, Designern und ähnliche Kreativen, die ein besonderes Interesse an Nachhaltigkeit zeigen. Dort sind Leuchtkästen aus recycleten Materialien zu sehen. Wieder an der Skyline vorbei hin zur Europäischen Zentralbank. Ganz klischeehaft wird dort mit dem Motto „Warum kleckern, wenn man klotzen kann“ gleich die gesamte Fassade der alten Frankfurter Großmarkthalle bespielt. Von der Größe her mit Sicherheit beeindruckend, aber auch ziemlich vom Besuchermainstream überlaufen. Dann lieber das kleine Werk unmittelbar daneben: „Ach, wie gut, dass niemand weiß“. Eine liebevolle Anspielung auf das Märchen Rumpelstilzchen.

Installation: Ach, wie gut, dass niemand weiß...
Installation: „Ach, wie gut, dass niemand weiß…“

Überhaupt sollten die wahren Gewinner des Tages wieder fernab des Luminale-Mainstreams liegen. Das Brückenviertel hat sich für mich seit gestern Abend zum wahren Geheimtipp für echte Lichtkunst-Kenner gezeigt. Wer die folgenden Impressionen, die ich gerne unkommentiert lassen möchte, erleben möchte, hält sich bitte an folgende Lottozahlen: 21, 29, 77, 82, 85, Zusatzzahl 113. Das sind die Nummern im Ausstellungskatalog, die sie im Brückenviertel in Sachsenhausen relativ leicht fußläufig unmittelbar nebeneinander erreichen können. Kleiner Spoiler gefällig?

Installation "LUZENZ"
Installation „LUZENZ“
Installation "Orbis Lumen"
Installation „Orbis Lumen“ (Nummer 29 im Katalog)
Installation von Studenten der TU Darmstadt im Markt im Hof
Installation von Studenten der TU Darmstadt im Markt im Hof

Tagesfazit: wer liebevolle Installationen mit Esprit sucht, sollte sich nicht scheuen, den Weg der „Lightwalks“ zu verlassen und die illuminierte Stadt fernab des Mains zu erkunden. Dort findet man nicht nur ansprechende Licht- und Klangräume, sondern auch zumeist nette Gespräche mit den Künsterlern selbst.

Weiterhin das Glück der Beleuchtung suchend 💡

Ihr
Daniel R. Schmidt


Tageshighlight 1: LUZENZ
Tageshighlight 2: ORBIS LUMEN