In der digitalen Ära sind Emojis zu einer universellen Sprache geworden, die oft mehr ausdrücken als Worte. Doch manchmal können selbst die einfachsten Symbole zu unerwarteten Missverständnissen führen. Und in der Folge zu einer völligen persönlichen Fehleinschätzung.

Vor einigen Wochen teilte ich – wie so oft – einen beruflich-orientierten Post im Business-Netzwerk LinkedIn mit einer Gruppe von Kolleg:innen. Um die Mehrsprachigkeit meines Beitrags zu kennzeichnen, fügte ich dem in deutscher Sprache verfassten Beitrags das Emoji einer Deutschlandfahne hinzu. Eigentlich hielt ich diese Markierung für unverfänglich, doch eine Reaktion, die darauf folgte, war alles andere als erwartet. Denn Wochen später sprach mich eine Hochschulprofessorin auf dieses Emoji an.

Die Professorin gab zu, nicht meinen gesamten Post gelesen zu haben, sondern nur den Anfang und interpretierte das Emoji nicht als einen Hinweis auf die verwendete Sprache, sondern sah darin etwas vollkommen anderes – einen möglichen nationalistischen Hintergrund. Die vermeintliche Unsicherheit führte zu einer Diskussion im persönlichen Gespräch, in der sich letztendlich beide Interpretationen überkreuzten und aufklärten. Nichtsdestoweniger blieb ein großes Erstaunen bei mir zurück: denn wer mich tiefer kennt, weiß ich das ich proaktiv gegen ausgrenzende Werte wie Nationalismus antrete.

Das Beispiel zeigt, wie leicht Emojis in der digitalen und persönlichen Kommunikation fehlinterpretiert werden können. Was für den einen ein harmloses Symbol ist, kann beim anderen unerwartete Assoziationen wecken. In einer globalisierten Welt, in der wir uns digital und persönlich austauschen, sollten wir uns bewusst sein, dass kulturelle Unterschiede und persönliche Erfahrungen unsere Wahrnehmung beeinflussen können. Ich habe für mein Unternehmen D3Smedia schon vor einiger Zeit einen dazu passenden Blogbeitrag verfasst.

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, klar und transparent zu kommunizieren. In meinem Fall konnte eine kurze Erläuterung im persönlichen Gespräch glücklicherweise die falschen Annahmen aus dem Weg räumen. Aber was, wenn es zu diesem Gespräch niemals gekommen wäre? Wir sollten nicht davon ausgehen, dass jeder gleiche Symbole auf dieselbe Weise interpretiert.

Dieses Erlebnis hat mich dazu angeregt, genauer darüber nachzudenken, wie meine Botschaften wahrgenommen werden könnten. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir uns in der digitalen und persönlichen Kommunikation bemühen sollten, unsere Absichten deutlich zu machen und im Hinterkopf zu behalten, da nicht alle Leser:innen dieselben kulturellen Referenzen teilen.

In einer Zeit, in der Emojis als Erweiterung unserer Ausdrucksweise dienen, ist es unerlässlich, dass wir uns ihrer potenziellen Wirkung bewusst sind. Denn manchmal kann eine Fahne mehr als nur eine Fahne sein – sie kann zu Missverständnissen führen, die durch Offenheit und Klarheit vermieden werden könnten.