Am dritten Veranstaltungstag des Lichtfestivals Luminale bin ich der Einladung des Social Media Clubs Frankfurt gemeinsam mit der Stadt Offenbach und der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe gefolgt. Auch wenn ich immer in gepflegter Städterivalität von der „bösen Stadt mit O“ spreche, so muss ich doch zugeben, dass die Frankfurter Nachbarstadt schon seit Jahren Akzente in Sachen Lichtkunst setzt – auch wegen der dortigen Hochschule für Gestaltung.

Als gebürtiger Frankfurter tue ich mich mit meiner Nachbarstadt aus guter Tradition heraus schwer. Ein Wohnen und Leben in Offenbach erscheint für mich mindestens genauso weit entfernt, wie der Konsum von Altbier für einen waschechten Kölner. Die mal mehr, mal weniger ernste Städte- und Nachbarschaftsrivalität als typisch deutschem Element gepflegten Spießbürgertums geht dann auch an mir nicht ohne Spuren hinterlassen zu haben, vorbei.

Die hochgeschätzten Freunde vom Social Media Club Frankfurt hatten nach Offenbach unter dem Motto „SMC on tour“ geladen. Das erste Event, mit dem der Social Media Club die Fühler über die Stadtgrenzen hinaus ausstreckt. Unterstützung fand der Club dabei bei der Stadt Offenbach sowie der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe, die sich nicht lumpen ließen, jeden Besucher gleich mit einem üppigen „I ?? OF“-Beutel samt Füllung auszustatten. Etwas für Stirnrunzeln sorgte jedoch der Hashtag, den man sich für diesen besonderen Abend ausgedacht hat:

Wer Offenbach zunächst mit Beton und Brutalismus assoziiert, liegt nicht gänzlich falsch. Der Startpunkt, das Offenbacher Rathaus, ist der beste Beleg dafür. Spannend ist aber, wie diese architektonischen Altlasten und Bausünden aufgegriffen und modern fortentwickelt werden. Ebenfalls sinnbildlich dafür das Rathaus, das mit einem modernen Beleuchtungskonzept plötzlich recht warm und anmutig erscheint.

Rathaus Offenbach: aufgehübschter Brutalismus-Bau
Rathaus Offenbach: aufgehübschter Brutalismus-Bau

Der Social-Media-Walk selbst führte uns auf eine Route, die allerhand noble Überraschungen bot. Zum einen bot die Führung Erklärungen aus erster Hand: die Luminale-Künstler präsentierten selbst ihre teilweise recht eindrucksvollen Schauwerke. Zum anderen erhielten wir Einblicke, die sonst keiner bekam. Die Evangelische Stadtkirche Offenbach wurde bereits weit vor Luminale-Öffnungszeit exklusiv für unser Gruppe geöffnet, zum anderen wurde der Abend von einer exklusiven Einladung ins Luminale-Zelt am Hafen abgerundet. Ungewöhnlich mag zwar der Geruch nach Glühwein gegen Ende März anmuten, die Temperaturen ließen das aber allemal zu.

Auch heute möchte ich wieder einige Impressionen für sich selbst sprechen lassen:

Installation: Licht und Leicht
Installation: Licht und Leicht
Außeninstallation gegenüber des Capitols Offenbach
Außeninstallation gegenüber des Capitols Offenbach
Installation am Offenbacher Rathaus
Installation am Offenbacher Rathaus

Angemerkt sei, dass einige der Luminale-Kunstwerke aus der Feder von Studentinnen und Studenten der hiesigen Hochschule für Gestaltung stammen. Es sind – soweit ich das beurteilen konnte – allesamt Werke mit hoher künstlerischer Tiefe.

Ein Re-Live bzw. das Best-of des Social-Media-Walks unter dem Hashtag #luminaleoffenbachsmcffm finden Sie in meiner Twitter-Story.


Tagesfazit: Offenbach ist nicht nur ein Luminale-Hotspot sondern mausert sich städtebaulich heraus dem Beton- hin zum urbanen Image. Großen Anteil daran dürfte die dortige Hochschule für Gestaltung haben. Ein Besuch zur Luminale ist auch für städterivalisierende Frankfurter wärmstens empfohlen. Vielleicht ja nicht nur zur Luminale, sondern auch für eine aufregende, architektonisch-inspirierte Fototour.

Weiterhin das Glück der Beleuchtung suchend ?

Ihr
Daniel R. Schmidt


Tageshighlight 1: UNDERWATER
Tageshighlight 2: Atelierhaus B71

PS: Da bliebe ja noch die „Frage der Fragen“…